Wettenberger History

Die Wettenberger in Afrika

 

Die Wettenberger haben während ihrer 23-jährigen Geschichte viel erlebt und sind weit herumgekommen.

Das spannendste Abenteuer war zweifelos die Reise nach Kinshasa im Kongo im Jahre 2000, die von unserem Andreas gschildert wird. Als Hintergrund muß man wissen, dass die DR Kongo zu diesem Zeitpunkt alles andere als stabil zu gelten hatte. Wir reisten quasi in ein Krisengebiet. Die Ermordung des damaligen Machthabers Laurent Désiré Kabila drei Monate nach unserem Besuch mag das verdeutlichen. Hier nun Andreas' Bericht:

 

 

25.10.2000, 14.00 Uhr: Die Koffer waren gepackt. Wir trafen uns an der Musikschule Wettenberg und warteten auf unser Taxi, das extra aus Brüssel angereist war, um uns zum dortigen Flughafen zu bringen. Auch Musikmanager Karlheinz Kurz von Euroton-Concert und Uwe Knieling, der uns in Kinshasa begleiten sollte, trafen mittlerweile ein. Nachdem das Taxi beladen war, konnten wir sagen: Auf zum nächsten Abenteuer - Kinshasa Teil II !!

 

 

Nach einer ca fünfstündigen Fahrt trafen wir endlich am Brüsseler Flughafen ein, wo uns C. Bik, Hotelmanager des Sodehotels, Brüssel (letztes Jahr noch Manager des Memling-Hotels, Kinshasa) herzlich empfing. Es war schön, sich nach einem Jahr wiederzusehen. Nach einer kurzen Stärkung in einem Flughafenrestaurant wurde es Zeit, uns in Richtung Sabena-Airbus A340-300 zu begeben. Wir waren schon ziemlich kaputt, denn wir hatten uns geschworen, nach den Erfahrungen im letzten Jahr, soviel wie möglich als Handgepäck mit ins Flugzeug zu nehmen.

 

 

Also schafften wir auch die schweren Keyboards und weitere Instrumente mit in den Flieger. Aber jetzt war ja Zeit, sich auszuruhen. Es war ein gigantisches Gefühl, als sich der Flieger um 23.55 Uhr mit Highspeed gen Kinshasa aufmachte. Um 6.55 Uhr Ortszeit Kinshasa (wir mußten die Uhren eine Stunde zurück stellen, da es in Kinshasa keine Sommerzeit gibt) setzte der Flieger auf. Nach dem Bustransfer zum Memling-Hotel in der Innenstadt Kinshasas begrüßte uns Hotelmanager R. Kappner. Wir waren alle ziemlich geschafft vom Flug, sodaß wir den restlichen Tag mehr oder weniger verbummelten.

 

 

Freitag, der 27.10.2000 war der erste Tag des Kinshasa-Bierfestes. Es war also Zeit, alle Vorbereitungen für einen fetzigen Abend zu treffen. Nachdem wir Anlage und Instrumente aufgebaut hatten, probten wir einen kurzen Soundcheck. Alle Voraussetzungen für einen herrlichen Abend waren also geschaffen. Kurz vor dem Auftritt stärkten wir uns noch mit einem Abendessen im Hotelrestaurant. Es war 20.00 Uhr - die Post ging ab für 4 Stunden - die Besucher waren begeistert, wir hatten einen guten Job abgeliefert. Für uns war dann der Abend nach ein paar Bierchen an der Bar auch gelaufen, obwohl ganz vereinzelt auch ein paar Laute nach Kinshasas Nachtleben hörbar waren. Aber dafür war ja an den folgenden Tagen noch genug Zeit....

 

 

Samstag, den 28.10.2000, Kinshasa-Bierfest, 2. Teil. Auch zu diesem Fest waren wieder hochrangige Personen aus Politik und Geschäftsleute zu Gast. Auch hier konnten wir mit unserer fetzigen Volksmusik wieder überzeugen und uns für weitere Auftritte empfehlen. Anschließend wurden dann auch die eben genannten Laute befriedigt. Vor dem Auftritt besuchten wir das Gehege der Bonobo-Schimpansen.

 

 

Die folgenden Tagen waren erholsame Urlaubstage im schwülwarmen Kinshasa. Um diese Zeit ist dort Frühling. Wir mochten nicht wissen, wie heiß es dort im Dezember, also im Hochsommer ist ?! - wahrscheinlich kaum auszuhalten ?! Wir besuchten einen interessanten Souvenirladen und lernten die Inhaber, Familie Göpfert aus Baden Württemberg !! kennen, die sich in Kinshasa eine Existenz aufgebaut haben. Wir fühlten uns wie im Paradies - kein Vergleich zu diversen Angeboten in Hochglanzprospekten von Reiseveranstaltern.

 

 

Außerdem lernten wir den Biergarten “Le Surcouf”, die Lieblingskneipe unseres Begleiters Uwe Knieling kennen Uwe war bis letztes Jahr im Dienste der Deutschen Botschaft in Kinshasa. In einer Nachbarkneipe des “Le Surcouf” war es dann auch, wo wir uns kurzerhand entschlossen, uns die Instrumente einer dort musizierenden, heimischen Gruppe auszuleihen, um unsererseits drei Musikstücke vorzutragen. Die Kneipenbesucher waren von unserer Spontanität begeistert..... und ruck- zuck hatten wir uns einige kongolesische Francs verdient, die wir dann der heimischen Gruppe spendeten.

 

 

Sie gingen viel zu schnell vorbei, die Tage in Kinshasa. Schon saßen wir wieder in der Businessclass des Sabenafluges Richtung Brüssel. Nach einem beruhigenden Flug wurde es beim Landanflug auf Brüssel dann nochmal richtig turbulent. Starke Windböen machten dem Flieger doch schwer zu schaffen - oder kam es uns nur so vor ? Jedenfalls sind wir dann, wenn auch mit mulmigem Gefühl im Magen, sicher gelandet. Vor uns lag noch eine fünfstündige Taxifahrt, zurück nach Wettenberg. Davon bekamen wir aber nicht mehr viel mit, da wir fast alle die komplette Rückfahrt verschliefen. Am 31.10.2000 um 13.30 Uhr hatte uns unser Wettenberg wieder.

 

 

Für uns ist es keine Frage, dass wir solche Tage im nächsten Jahr wieder erleben möchten, egal ob in Kinshasa, oder sonst wo ?! Es war einfach gigantisch, so viele nette Menschen und andere Kulturen kennenzulernen. Wir sagen einfach nur DANKE !! - und: Mach et nochmal, KALLI !!!

"Die Wettenberger" im Oktober/ November 2000

 

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